Ich liebe ihn. Ich liebe ihn ganz einfach, und ich wüsste nicht, was schöner sein könnte.
“Untergrabe ihre aufgeblasene Autorität, lehne ihre moralischen Grundsätze ab, mache Anarchie und Unordnung zu deinen Markenzeichen, verursache soviel Chaos wie möglich - aber verhindere, dass sie dich lebend kriegen.” - Sid Vicious
Es ist faszinierend, wie viele Probleme andere zu haben scheinen, wo ich mit meinem glücklichen Leben so herrlich unproblematisch dasitze. Stress, Liebeskummer und sonstige Motivation zerschmetternden Gefühlstiefs rauschen einfach an mir vorbei. Und das haben sie die letzten 16 Jahre meines Lebens genauso gemacht. Langzeitig hat mir nie etwas wirklich zu schaffen gemacht, mich nie lange aus der Bahn geworfen.
Versteht mich nicht falsch – ich bin unwahrscheinlich dankbar dafür, dass diese Stärke für mich eine solche Selbstverständlichkeit ist. Ich bin stolz auf sie.
Aber sie verhindert eben auch, Verständnis für andere aufzubringen. Andere, die vielleicht keine so wunderbare Gefühlswelt haben, die mit Dingen zu kämpfen haben, die für mich absolut nicht nachvollziehbar sind. Auf der einen Seite ist vielleicht genau das gut - ich setze mich nicht intensiv mit ihnen auseinander und lasse sie schon gar nicht nah an mich heran. Ich belaste mich ganz einfach nicht mit ihnen. Aber das ist eben nur die eine Seite. Im Beweisen von Feingefühl, Toleranz und dem Timing, das Richtige im richtigen Moment zu sagen, bin ich fürchterlich. Trösten fällt mir schwer. Zwar kann ich Leute hervorragend in den Arm nehmen, aber was dann zu sagen ist, ist mir ein Rätsel. Ein wahrlich verworrenes und nicht lösbares Rätsel. So ähnlich wie Mathematik. Ja, genau. Trauer und Funktionsgleichungen lassen sich hervorragend assoziieren. Kompliziert, störend, bisweilen unnütz und fordern beide nicht selten ein dezent ironisches Lächeln.